Kompetenzen messen und entwickeln – Das SKATE-Modell

Kompetenzen messen und entwickeln – Das SKATE-Modell

In Kompetenzmodellen und Kompetenzprofilen werden Kompetenzen häufig bi-polar dargestellt: Auf einer Skala von 1-7 zum Beispiel. Jeder der Skalenpunkte hat einen Verhaltensanker, der beschreibt was mit der jeweiligen Ausprägung gemeint ist. Ich als Mitarbeiter habe bspw. nach einem 360° Feedback  bei der Kompetenz „Projektmanagement“ den Wert 4,7 erreicht – im Unternehmen gibt es aber den Sollwert 5,5. Wenn ich jetzt meine Kompetenz entwickeln will, habe ich ein Problem: wie soll ich mich um 0,8 Punkte verbessern? Mir mehr Mühe geben? Mich mehr anstrengen? Zehn Bücher lesen? Die Feedback-Geber bestechen? 

Die Kompetenzmessung gibt mir dafür keine unmittelbare Antwort. 

Kompetenzen werden damit automatisch immer verwechselbar mit Performance – aus dem Handlungsergebnis schließe ich also darauf, dass jemand eine Kompetenz hat. Das ist legitim aus Sicht eines Unternehmens. Es hilft mir aber kaum dabei jemanden bei seiner Entwicklung zu unterstützen. Hier müsste ich differenzierter vorgehen. 

Und dazu dient das SKATE-Modell.

Was sagt das SKATE-Modell?

Kompetenzen sind im SKATE-Modell ein Produkt aus den Faktoren S-K-A-T-E.

Was bedeuten die Buchstaben? 

S steht für Skills (Fertigkeiten), 

K steht für Knowledge (Wissensbestandteile),

A steht für Ambition (Motivation/Ehrgeiz), 

T steht für Talent (Talent)

E steht für Experience (Erfahrung. 

 

Um von einer Kompetenz zu sprechen brauche ich von jedem der Faktoren ein bisschen etwas.

Nochmal das Beispiel “Projektmanagement” von oben.

Wenn ich das SKATE Modell zu Grunde lege, kann ich das viel differenzierter anschauen als auf einer bipolaren Skala. Ich kann mir überlegen: 

  • welche Skills im Sinne von praktischen Fertigkeiten oder Techniken habe ich im Bereich Projektmanagement? Kann ich zum Beispiel eine Projektmanagement-Software bedienen? Beherrsche ich typische Abläufe und Prozesse in Projekten – Techniken aus dem agilen Projektmanagement usw.?
  • Verfüge ich über Fach- oder Domänenwissen in dem Bereich, in dem das Projekt stattfindet? Wenn ich bspw. ein Softwareprojekt managen soll, dann hilft es mir wenn ich einiges Fachwissen über Software und über den Bereich habe, für den die Software entwickelt werden soll. Unabhängig von den praktischen Skills des Projektmanagements
  • Ambition: habe ich Lust das Softwareprojekt zu managen? Habe ich dafür Ambitionen? Will ich das wirklich oder übernehme ich den Job eher notgedrungen? 
  • Talent: Wenn ich kein Talent zum organisieren, habe, dann werde ich nie sehr gut darin werden Projekte zu managen – egal in welchem Bereich sie angesiedelt sind. Ich muss also mein Talent einschätzen können um zu wissen ob ich hier Potenzial habe oder nicht.
  • Experience – – wenn ich mehr Erfahrungen habe habe ich mehr Möglichkeiten in diesem Bereich kompetent zu sein als wenn ich etwas kaum oder noch gar nicht gemacht habe. 

Wenn ich es noch gar nicht gemacht habe, kann ich an sich gar nicht von Kompetenz sprechen, denn – wir erinnern uns an vorher: Die einzelnen Elemente sind Faktoren, also mit einem Malzeichen miteinander verbunden. Das ist ein kleines Detail, das aber große Auswirkungen hat. 

Wenn man SKATE als mathematische Formel auffassen will, dann sieht das folgendermaßen aus:

S*K*A*T*E* = Competence

SKATE ist also nicht Skills plus Knowledge plus Ambition plus Talent plus Experience, sondern diese einzelnen Faktoren werden miteinander multipliziert. 

Was bedeutet das?

Am einfachsten wird dies mit der folgenden Animation deutlich:

Dazu kann man jetzt einmal spielen, was dadurch passiert: Sagen wir wie haben eine Skala von 0-4 zur Verfügung. Null bedeutet: ich habe keinerlei Erfahrung in diesem Bereich. Wir haben vorhin schon gesagt: dann kann mir das Projekt gelingen, aber ich kann vorher nicht von mir behaupten darin wirklich kompetent zu sein. Wenn ich keine Skills habe oder null Knowledge im Hinblick auf einen bestimmten Bereich, dann kann ich nicht gut argumentieren hier kompetent agieren zu können. 

Auf der anderen Seite kann ich sehen, wie ich meine Kompetenz entwickeln kann – das zeigt mir das Modell – ich kann mich nicht einfach nur von 4,7 auf 5,5 verbessern, sondern mir im Verhältnis überlegen: wovon habe ich denn jetzt schon relativ viel – bspw. kann ich viel Erfahrung gesammelt haben und über Fachwissen verfügen – aber ganz praktisches Handwerkszeug habe ich mir nie angeeignet. Statt noch mehr Erfahrung zu sammeln, statt mir noch mehr Wissen anzueignen könnte ich ganz praktische Skills erlernen um mich um einen Faktor X zu verbessern. 

Denn das ist das Interessante – man kann diese Gleichung: S*K*A*T*E als gedankliches Modell nutzen: was muss ich können, wissen, erfahren um mich um Faktor X besser zu machen? 

Das SKATE-Modell eignet sich nicht nur um die Kompetenzen einzelner Personen abzubilden, man kann auch Kompetenzmodelle damit sehr viel differenzierter aufbauen als mit einer bipolaren Skala. Man kann außerdem die Kernkompetenzen von ganzen Unternehmen oder Unternehmenseinheiten damit beschreiben oder auch die Entwicklungsmöglichkeiten von Teams damit in den Fokus nehmen. Haben wir im Team, in der Unit, im Unternehmen die nötigen Skills, das nötige Wissen, die Lust darauf, die nötigen Talente dafür und die Erfahrung um uns in den Geschäftsbereich X zu bewegen? eine spannende Frage, die man mit einem spannenden Prozess begleiten kann. 

Und natürlich: der Skimio Competence Pilot setzt beim Thema Kompetenzentwicklung auf das SKATE-Modell.

_______________________________________________

Im folgenden Video wird das SKATE-Modell ebenfalls erklärt: